Trauerbewältigung
Fähigkeit zu trauern und die Trauerbewältigung
Um Verluste zu verarbeiten, ist dem Menschen etwas mitgegeben, damit er nicht zerbricht: die Fähigkeit zu trauern. Sie schützt vor lebenslanger Seelennot und vor psychischer Erkrankung. Trauer zählt zu den sogenannten Basisemotionen des Menschen: Trauer und die Fähigkeit, diese zu bewältigen, werden kulturübergreifend verstanden. Der Begriff Trauer bezeichnet zum einen den emotionalen Zustand der Niedergeschlagenheit, des Mangels an Lebensfreude, des seelischen Rückzugs, der starken Kränkung und zum anderen einen Prozess bei der Bewältigung von Krankheit, des Sterbens oder nach einem anderen schweren Verlust.
Komplikationen in der Trauerbewältigung
Bei abwesender, verzögerter, verzerrter oder chronischer Trauer kann von einer Komplikation in der Trauerbewältigung ausgegangen werden, die beispielsweise in andauernden Depressionen, chronischen Schlafstörungen oder anhaltenden körperlichen Beschwerden münden kann. Trauer, die nicht richtig bewältigt wird, hindert den Trauernden oder die Trauernde daran, sich wieder anderen Beziehungen und den Alltagsaufgaben zuwenden zu können und so mitten im Leben zu stehen.
Gestörter Prozess
Gelingt die Trauerbewältigung nicht, was besonders bei Partnerverlust und Kindsverlust vorkommt, bedingt dies für den Hinterbliebenen oder die Hinterbliebene ein höheres Risiko für körperliche und seelische Erkrankungen.
Eine komplizierte Trauersymptomatik zeigt sich als anhaltende komplexe Reaktion, die sich niederschlagen kann
- in verschiedenen Gefühlen (Angst, Wut, Schuld, Kummer, Leere, Kälte, Einsamkeit, Erleichterung) und Gedanken (Verleugnung, Nicht-Wahrhaben-Wollen, Gedankenleere)
- im Verhalten (Betäubungsverhalten, Selbstverletzungen, Essstörungen, Isolierung, Apathie, Hysterie)
- psychosomatisch (durch Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Antriebs- und Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Schmerzen, Herz-Kreislauf-Störungen, Unruhe).